Gute Reifen sind eine Lebensversicherung

Auch der beste Fahrer ist in einer gefährlichen Situation auf einwandfreie Reifen angewiesen.

Lebensdauer, Beurteilung des Zustandes, Pflege und relevante Merkmale werden im Folgenden kurz behandelt.

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Gute Reifen sind eine Lebensversicherung. Auch der beste Fahrer ist in einer gefährlichen Situation auf einwandfreie Reifen angewiesen.  Lebensdauer, Beurteilung des Zustandes, Pflege und relevante Merkmale werden im Folgenden kurz behandelt.

Fahrleistung und Lebensdauer

Unterschieden werden Autoreifen nach Bauarten und natürlich nach Winter-, Sommer- und Ganzjahresreifen. Reifen sollten, auch wenn sie nur wenige Kilometer gelaufen sind, spätestens nach acht Jahren erneuert werden, da die Materialermüdung zu plötzlich auftretenden Schäden führen kann.

Die Frage, wie viele Kilometer mit einem Satz Reifen gefahren können, lässt sich nicht generell beantworten.  Die Gesamtfahrkilometerleistung hängt stark von der jeweiligen Achse, dem Fahrstil und vor allem der regelmäßigen Wartung also dem richtigen Luftdruck ab.

Die Reifen, die auf der Antriebsachse montiert sind, verschleißen schneller.  Ein dynamischer Fahrstil mit schnellem Abbremsen und kurzfristiger Beschleunigung beansprucht die Reifen stärker als ein ruhiger und ausgeglichener Fahrstil. Eine besondere Belastung für Reifen stellt das Überfahren von Bordsteinkanten dar. Sie sollten vorsichtig und möglichst im rechten Winkel überfahren werden. Es besteht die Gefahr, dass das Innengewebe des Reifens geschädigt wird. Aus demselben Grund muss ein Parken auf halber Lauffläche (der Rest hängt in der Luft) unbedingt vermieden werden. Auch  seitlicher Abrieb und Quetschungen beeinträchtigen die Lebensdauer merklich.

Die regelmäßige Überprüfung des Luftdrucks trägt entscheidend zur Verlängerung der Nutzungsdauer und des Erhalts der Fahrsicherheit bei. Ist der Luftdruck zu gering, erwärmt sich der Reifen und das Material wird stärker beansprucht. Das Fahrverhalten verschlechtert sich, weil der Reifen nicht mehr den idealen Grip, die richtige Zugkraft bzw. Bodenhaftung, hat. Es kommt zu einem schwammigen Fahrverhalten. In Kurven wird der Reifen darüber hinaus wesentlich stärker in Mitleidenschaft gezogen. Es wird mehr Sprit verbraucht  und vor allem: der Bremsweg verlängert sich.

Profil Zeigen!

Ob Winterreifen,  Sommerreifen oder Ganzjahresreifen: das Entscheidende ist die Profiltiefe. Der Gesetzgeber verlangt eine Mindestprofiltiefe von 1,6 mm an der schlechtesten Stelle! Reifenhersteller haben zur einfachen Überprüfung  Verschleißanzeiger, sogenannte TWI (Tread Wear Indicator),  in die Profile eingebaut. Das sind kleine Stege. Sind sie bündig mit der Lauffläche, muss der Reifen ausgewechselt werden. Es gibt auch farbliche Hinweisgeber, die auftauchen, wenn der Reifen abgefahren ist.  Der ADAC und viele Reifenhersteller empfehlen aber eine Mindestprofiltiefe von 3 – 4 Millimeter und halten Fahrzeugführer dazu an, regelmäßig auch die Seitenwände, die sogenannte Reifenflanke, auf Schadstellen hin zu prüfen.

Diagonal- oder Radialreifen

Diagonal- und Radialreifen (auch Gürtelreifen genannt) unterscheiden sich durch den Innenaufbau des Gewebes. Radialreifenautoreifen haben Diagonalreifen fast verdrängt. Zu beachten ist, dass sich der Käufer zwischen Radial- und Diagonalreifen entscheiden muss, denn eine gemischte Bereifung ist aufgrund des unterschiedlichen Fahrverhaltens gesetzlich verboten.

Reifenkennzeichnung, Norm und Label

Die Reifengröße, die für den PKW zugelassen ist, ist in den Fahrzeugpapieren ausgewiesen. Reifen unterliegen der Europäischen Vorschrift ECE-R 30. Die einheitliche Kennzeichnung befindet sich an der Reifenflanke.  Sie besteht aus einer Zahlen- und Buchstabenkombination.

195/65 R 15 91 H

Die erste Zahl – in diesem Fall die 195 – bezeichnet die Reifebreite in mm. Die zweite Zahl benennt das Querschnittverhältnis von Höhe und Breite und R steht für Radialreifen. D steht für Diagonalreifen, RF für Runflat-Reifen. Das sind Reifen, die Verstärkungen eingebaut haben, die im Falle eines Druckverlusts den Reifen stabil halten. 15 steht für den Felgendurchmesser in Zoll. 91 ist der Last-Index, eine Aussage für die Tragfähigkeit des Reifens bei entsprechendem Luftdruck. In diesem Fall  beträgt der Wert 615 kg. Der letzte Buchstabe ist eine Kennung für den Höchstgeschwindigkeits-Index (GSY = Speed-Index) – in diesem Fall H = 210 Km/h.  Diese Kennzahl ist insbesondere beim Winterreifenkauf zu beachten.  Folgende Tabelle erleichtert den Kauf.

BuchstabeFGJKLMNP
Max. km/h8090100110120130140150
BuchstabeQRSTHVWZR
Max. km/h160170180190210240270über 240

Die Laufrichtung eines Reifen, die aufgrund einer besonderen Profilausformung zwingend zu beachten ist, ist durch einen Pfeil gekennzeichnet. Handelt es sich um einen schlauchlosen Reifen,  ist tubeless, der englische Begriff für schlauchlos, eingeprägt. In Schlauchlosreifen dürfen Schläuche nur kurzfristig und zur Not eingezogen werden.

Bei Winterreifen und Ganzjahresreifen steht oft M&S (Matsch und Schnee). Das sichere Indiz, dass ein echter Winterreifen vorliegt, ist das Schneeflockensymbol in einem stilisierten Gebirge.

Es fehlt nun noch das „E“ oder „e“ mit einer Zahl. Es steht für die Euronorm. Die Zahl kennzeichnet für das Land, in dem die Prüfung vorgenommen wurde.  Eine letzte wichtige und vierstellige Zahl steht hinter dem Begriff DOT. Sie bedeutet das Herstellungsdatum zum Beispiel: 0312. Dieser Reifen wurde in der dritten Woche im Jahr 2012 hergestellt.

Durch das Europäische Reifenlabel kann sich der Kunde schnell einen Überblick über die Kraftstoffeffizienz, die Nasshaftung sowie das externe Rollgeräusch verschaffen. Wer wissen möchte, ob neue Reifen den Kraftstoffverbrauch senken und sich somit eine Neuanschaffung lohnt kann den Kraftstofferparnisrechner (interaktive Excel-Tabelle) nutzen.

Viele Reifenmodelle werden von Fachzeitschriften und anderen Institutionen getestet. Es lohnt sich immer einen Testbericht z.B. im Internet einzusehen.

Reifenwechsel und Lagerung

Beim Reifenwechsel ist darauf zu achten, dass die Reifen auf den Laufflächen gekennzeichnet werden: z.B. VL für vorne links. So sind sie nach der Lagerung beim nächsten Wechsel eindeutig zuzuordnen. Da die Reifen der Antriebsachse stärker in Anspruch genommen werden, tauschen manche Fahrzeugbesitzer die Räder. Hier ist zu beachten, dass immer paarweise getauscht wird, also beide Vorderreifen auf die Hinterachse und umgekehrt. Wegen der Schleudergefahr sollten die besseren Reifen generell auf die Hinterachse montiert werden. Gelagert werden Reifen aufrecht und auf fett- und ölfreiem Untergrund. Sie sollten nach ein paar Wochen gedreht werden. Kompletträder (Reifen mit Felgen) werden aufgepumpt  (0,5 bar über der Herstellerangabe) übereinander gestapelt gelagert oder in einem Felgenbaum aufgereiht.

Reifen Online Kaufen

Reifen und Kompletträder können über den Internethandel bezogen werden.  Es werden die Kennziffern der Zulassungsbescheinigung Teil 1 (früher Fahrzeugschein) eingegeben. Es ist darauf zu achten, dass bei den Suchergebnissen auch Last-Index und  Geschwindigkeitsindex mit den Angeben im Fahrzeugschein übereinstimmen. Höhere Indizes sind erlaubt. Der Höchstgeschwindigkeits-Index darf nur  bei Winter– und Ganzjahresreifen unterschritten werden. Dann muss im Innenraum eine Plakette mit der Reifenhöchstgeschwindigkeit angebracht werden. Die Autowerkstätten ziehen die Reifen auf die Felgen. Bei Kompletträdern kann der Kunde die Montage selbst übernehmen.